Kosten der Bestellung einer Grundschuld

Welche Kosten entstehen bei der Bestellung der Grundschuld?

Bei der Grundschuldbestellung entstehen Kosten beim Grundbuchamt und beim Notar.

1. Kosten beim Grundbuchamt

Die Kosten beim Grundbuchamt hängen davon ab, ob eine Buchgrundschuld oder eine Briefgrundschuld bestellt wird. Die nachstehende Übersicht zeigt die Kosten der Bestellung einer Buch- und Briefgrundschuld zu 100.000 €, 1.000.000 €; und 10.000.000 €.

Grundschuld über
100.000 €
1.000.000 €
10.000.000 €
a) Kosten der Buchgrundschuld
10/10 Gebühr (§ 62 I KostO)
207,00 €
1.557,00 €
10.757,00 €
b) Kosten der Briefgrundschuld
10/10 Gebühr (§ 62 I KostO)
207,00 €
1.557,00 €
10.757,00 €
2,5/10 Gebühr (§ 71 I KostO)
51,75 €
389,25 €
2.689,25 €
Summe:
258,75 €
1.946,25 €
13.446,25 €

2. Kosten beim Notar

Die Kosten beim Notar hängen im Wesentlichen davon ab, ob der Notar nur die Unterschrift des Grundschuldbestellers beglaubigt oder die Erkärungen des Grundschuldbestellers beurkundet. Eine Beurkundung der Grundschuldbestellung ist nur erforderlich, wenn die Grundschuld und/oder persönliche Haftungsübernahme mit eine Zwangsvollstreckungsunterwerfung verbunden wird..

Die nachstehende Übersicht zeigt die Kosten der Bestellung durch Beglaubigung der Unterschrift und die Kosten der Beurkundung einer vollstreckbaren Grundschuld.

Grundschuld über
100.000 €
1.000.000 €
10.000.000 €
a) Kosten der Beglaubigung
2,5/10 Gebühr, max. 130 € (§ 45 I KostO)
130,00 €
130,00 €
130,00 €
b) Kosten der Beurkundung
10/10 Gebühr, (§ 36 I KostO)
207,00 €
1.557,00 €
10.757,00 €

Hinzu kommen die Auslagen nach Aufwand (Telefon und Porto, Umsatzsteuer, Schreibauslagen, vgl. hierzu auch die Darstellung auf der Website der Bundesnotarkammer).

3. Kosteneinsparstrategien

Vor- und Nachteile von Kosteneinsparstrategien erörtert Rechtsanwalt Dr. Clemente in seinem Handbuch Recht der Sicherungsgrundschuld u. a. anhand der nachfolgenden Fälle:

Fall 16: Die B-Bank reicht dem Eigentümer E einen Kredit in Höhe von 11 Mio. Euro aus. Der Kredit wird durch eine vollstreckbare Grundschuld gesichert. E zahlt 1 Mio. Euro. Variante a: Das Kreditverhältnis ist ungestört. Variante b: Das Kreditverhältnis ist gekündigt. Die B-Bank hat die Zwangsversteigerung angedroht.:

Fall 17: Wie Fall 16, Variante b: Im Grundbuch sind eingetragen: Variante a: Unter Nr. 1 der Abt. III ist eine nicht vollstreckbare Grundschuld über 10 Mio. Euro und unter Nr. 2 eine vollstreckbare Grundschuld über 1 Mio. Euro eingetragen. Variante b: Das Rangverhältnis ist umgekehrt: Die vollstreckbare Grundschuld über 1 Mio. Euro ist unter Nr. 1 und die nicht vollstreckbare Grundschuld über 10 Mio. Euro ist unter Nr. 2 eingetragen.

Fall 18: Im Grundbuch sind eingetragen: Variante a: Grundschuld über 11 Mio. Euro, die wegen eines zuerst zu zahlenden Teilbetrages von 1 Mio. Euro vollstreckbar ist. Variante b: Grundschuld über 11 Mio. Euro, die wegen eines zuletzt zu zahlenden Teilbetrages von 1 Mio. vollstreckbar ist.

Recht der
Sicherungsgrundschuld

Recht der Sicherungsgrundschuld

von
Dr. Clemens Clemente, Rechtsanwalt,

4. neu bearb. Aufl., 2008,
RWS Verlag GmbH, Köln,

512 Seiten, geb., 69,00 €
ISBN 978-3-8145-8129-3

Aus der Fachpresse:*

„ Es macht die komplizierte Materie verständlich, ohne das zu vereinfachen, was seinem Gegenstand nach schwierig ist. “

* Notar
Dr. Dieckmann in: BWNotZ 2/2009

Kaufen über:

RECHTSANWALT DR. CLEMENTE • BAVARIASTRASSE 7 • D - 80336 MÜNCHEN